Auf mittlerer Welle

Mittelwelle, wer kennt denn so etwas noch. War da was?  Das war so etwas was man hören konnte wenn man beim Küchenradio versehentlich den falschen Knopf erwischt hat, wenn es mit einem mal anfing zu knacken und sich die Musik und Sprache im Radio irgendwie wie am Telefon anhörte, sofern einen das Knacken und Zischen nicht gleich so erschreckt hat und man schnell wieder die FM oder UKW-Taste gedrückt hat.

Früher war da in der Tat einiges los, es gab viele Sender und ich habe früher durchaus auch Radio auf Mittelwelle gehört. Aber ich habe nicht nur einfach Radio gehört mit den Geräten die es zu Hause gab. Ich habe mich auch mit der Technik beschäftigt. Als Jugendlicher habe ich mich mit technischen Basteleien beschäftigt. So hatte ich einige Experimentierkästen wo es um Elektronik ging.  Damit gelang mir dann auch der ganz einfache Empfang der Mittelwelle. Zuerst allerdings nur der des Ortssenders hier, des NDR Mittelwellensenders Hamburg auf 972 kHz.  Dort war damals das Programm von NDR2 zu hören gewesen.

Später dann war auch mehr möglich. Mit den Experimentierkästen konnte man richtige Empfänger zusammen basteln. Noch mehr war allerdings mit dem Mittelwellenteil der Radios hier möglich gewesen. Der beste Mittelwellenempfänger damals steckte ausgerechnet im Auto von meinem Vater. Da konnte man die ganze Mittelwelle in Schritten von einem kHz abstimmen, das ging so genau mit keinem anderen Empfänger der mir damals zur Verfügung stand.

Selbst tagsüber gab es damals eine Menge Sender, man wollte schließlich auch den jeweils anderen Teil Deutschlands erreichen. Aber erst recht wenn es dunkel wurde konnte man noch viel mehr hören. Ich hatte nie eine wirklich gute Empfangsanlage gehabt und keine spezielle Antenne. Aber trotzdem konnte ich dort abends durchaus mal Sender aus dem Süden Deutschlands hören.

Neben dem Empfang der Mittelwelle war für mich auch die Kurzwelle interessant. Aber in diesem Beitrag soll es erst mal um die Mittelwelle gehen.

Wie komme ich nun auf so ein Thema? Heute wurden gegen 9 Uhr die Mittelwellensender des NDR und damit eben auch der auf der 972 kHz abgeschaltet. Dies war der Sender den ich damals zuerst mit allereinfachsten Mitteln empfangen konnte.  Es endet damit eine technische Ära. Zuletzt war auf dem Mittelwellensendern des NDR das Programm NDR Info zu hören, am Sonntagmorgen das Hafenkonzert und jeden Tag der Seewetterbericht. Außerdem wurden über die Mittelwellensender auch Bundestagsdebatten übertragen.

Es werden wohl nicht so viele die Abschaltung mitbekommen haben. So viele regelmäßige Hörer gibt es auf Mittelwelle wohl nicht mehr.

Da ich mich auch heute noch mit dem Radioempfang unter anderem Mittelwelle und Kurzwelle beschäftige, wird es zu diesem eher technischen Thema künftig noch mehr Beiträge hier geben.

4 Antworten auf „Auf mittlerer Welle“

  1. Hallo Bernd, Zufall, Zufall!
    Ich bin auf Deine Site aufmerksam geworden, weil nach 972 KHz / Ortssender ge-Google-t habe. Eine schöne Seite die Du da aufgebaut hast. Tja, leider ist es nun wohl so, daß Rundfunktechnisch so ziemlich Alles ins Nirvana geschickt wird, aus dem sich (laut KEF) noch irgendwie etwas an finanziellen Mitteln freisetzen lässt. (Ich dachte zunächst es beträfe nur die Langwelle.) Was dies´ mal zu Zeiten, in denen der internationale Rundfunk nunmehr bald nur noch im Web oder eben lokal via DAB+ abläuft, für Momente in denen sich der Jahrzenhte lang bewährte Analog- Betrieb, einfach fallengelassen wird, beduten kann, wird sich wohl erst im Katastrophenfall oder bei Ausfällen neuralgischer Knotenpunkte massiv zeigen. Digital soll´s sein und HiFi- Qualität, dafür aber empfindlich und aufwendig zu dekodieren, im Zweifelsfall einfach inkompatibel.
    Wenigstens hat sich der DRM- Hype auf Kurzwelle, schnell wieder selbst erledigt.
    Dennoch finde ich es bedenklich, weil ich nicht nur aus nostalgischen Gründen,
    (Auch ich habe im zartem Alter von 12 Jahren mit Diodenempfängern begonnen und bin als gelerneter Rundfunk- und Fernsehtechniker, in einem Nachrichtentechnikstudium geendet )
    eine fortschreitende Digitalisierung aller analogen Dienste,
    ( Rundfunk-, NÖBL- mit den Behördenfunkdiensten (TETRA) und den hinlänglich bekannten Problemen und sogar dem Amateurfunk- Dienst (D-Star z.B.))
    als leichtsinnig und sogar fahrlässig gefährlich erachte. Eine zentralisierte Funkinfrastruktur ist im Herzen immer durch den Totalausfall gefährdet und das dies´ so jederzeit kommen kann, wird weder bestritten, noch gäbe es nicht keinerlei Beispiele dafür. (Man Googl´e Total- Ausfall des Mobilfunknetzes von T- Mobile in 2010)
    Wir werden das Rad der Zeit wohl eher nicht zurück drehen und was die Vernunft angeht, so ist der Mensch (homo- erectus) im Allgemeinen und der Politiker (homo- ludens :D) im Besonderen eher Belehrungsresistent.
    Es gibt im Kurzewellenbereich noch einige wenige zugelassene analoge Rundfunk- Sender, kleiner Leistung, welche wohl nurnoch aus Hobby- Gründen anhand von viel Idealismus weiterbetrieben werden. Das wird uns wohl bis auf Weiteres genügen müssen.
    Schade, schade.
    Ich teile Deine Trauer um die sinnfreie Abschaltung, der Lang- Mittel- und Kurzwellensender. Man hätte die Sendeleistung durch Einseitenbandnutzung erheblich einschränken und Kosten auch so sparen können. Immerhin sei doch ein Überschuß durch die neue Haushaltsabgabe der GEZ entstanden. Mal wieder irgendetwas davon gehört? Verschwindet wohl im Orkus der digitalen Spartenkanäle und den Sinnlos- Internetauftritten von ARD & ZDF.

    Naja!

    In diesem Sinne, viele nette Grüße und (73), Björn / Lübeck.

    1. @Björn
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar. 🙂

      Ja Kurzwellensender gibt es noch und auch noch einige Mittelwellensender aber es wird immer weniger. Es muss alles digital sein und eben an den Punkt was wohl ist wenn die tolle Digitaltechnik mal streikt und das Internet aus was für Gründen auch immer für längere Zeit ausfällt, da hat keiner gedacht oder es wollte daran keiner denken. Ich habe sogar den Eindruck das man gerade in deutschen Landen beim Abschalten mit am Schnellsten ist.
      Diese Entwicklung werden wir nicht aufhalten und wer weiß, eines Tages wird es vielleicht auch keine analogen UKW-Sender mehr geben. Dann soll es mobiles Internet und das DAB es richten und wehe da fällt was aus und man braucht ständig neue Geräte. Mal sehen was da noch kommt.
      Da ich meinen PC auch als Radioempfänger nutze mit einem Stick, kann ich auch die neuen digitalen Sender empfangen sofern es dafür Software gibt. Ich habe das allerdings noch nicht ausprobiert. Bisher empfange ich nur analoges und das funktioniert auch ohne Internet.

      Ebenso nette Grüße nach Lübeck
      Bernd

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